Zahnseide und Interdentalbürsten richtig anwenden
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Zahnseide oder Interdentalbürste? Anwendung Schritt für Schritt, richtige Größe und häufige Fehler. Praxis Dr. Missy & Kotsaridis, Gaildorf.
Die Zahnbürste kommt an die Zahnzwischenräume nicht heran. Diese machen rund 30 Prozent der gesamten Zahnoberfläche aus – und genau dort entstehen bei Erwachsenen die meisten Kariesläsionen und die meisten Zahnfleischentzündungen. Wer nur putzt, lässt ein Drittel ungereinigt.
Interdentalbürste oder Zahnseide?
Die Faustregel: Wo eine Interdentalbürste hineinpasst, ist sie die bessere Wahl. Sie reinigt gründlicher und ist für die meisten Menschen leichter zu handhaben. Zahnseide bleibt richtig für sehr enge Zwischenräume, in die keine Bürste passt.
Viele Menschen brauchen beides – vorn Zahnseide, hinten Bürstchen. Welche Kombination in Ihrem Fall passt, zeigen wir Ihnen bei der professionellen Zahnreinigung.
Interdentalbürsten: die richtige Größe entscheidet
Das ist der wichtigste Punkt – und der am häufigsten falsch gemachte. Ein zu kleines Bürstchen gleitet durch, ohne zu reinigen. Ein zu großes verletzt das Zahnfleisch.
Richtig ist die Größe, die sich mit leichtem Widerstand einführen lässt. Die Zwischenräume sind unterschiedlich weit, deshalb brauchen die meisten Menschen zwei bis drei Größen. Lassen Sie sich Ihre Größen einmal in der Praxis ausmessen – das dauert fünf Minuten und macht den entscheidenden Unterschied.
Anwendung:
Führen Sie das Bürstchen waagerecht in den Zwischenraum ein, ohne zu bohren.
Schieben Sie es einige Male vor und zurück.
Ziehen Sie es heraus und spülen Sie es ab.
Biegen Sie den Draht für die Seitenzähne leicht an – aber nur einmal, mehrfaches Biegen bricht ihn.
Zahnseide: die Technik
Nehmen Sie etwa 40 bis 50 Zentimeter und wickeln Sie die Enden um die Mittelfinger.
Führen Sie die Seide mit Daumen und Zeigefingern.
Gleiten Sie vorsichtig zwischen die Zähne – nicht mit Schwung hineinschnappen lassen, das verletzt die Zahnfleischpapille.
Legen Sie die Seide C-förmig um einen Zahn und führen Sie sie vorsichtig unter den Zahnfleischrand.
Wischen Sie zwei- bis dreimal auf und ab.
Wiederholen Sie es für den Nachbarzahn im selben Zwischenraum – jeder Zwischenraum hat zwei Flächen.
Rücken Sie ein Stück Seide weiter, damit Sie keine Bakterien verschleppen.
Wann und wie oft
Einmal täglich genügt – am besten abends, vor dem Zähneputzen. So entfernen Sie den Belag aus den Zwischenräumen und die Fluoridzahnpasta erreicht anschließend auch dort die Zahnoberfläche.
Es blutet – ist das schlimm?
Wer zum ersten Mal die Zwischenräume reinigt, erlebt häufig eine Blutung. Das ist kein Zeichen einer Verletzung, sondern der bestehenden Entzündung. Machen Sie weiter: In der Regel hört die Blutung nach ein bis zwei Wochen täglicher Reinigung auf.
Bleibt sie länger bestehen, lassen Sie den Befund abklären, siehe Zahnfleischbluten.
Bei Kronen, Brücken und Implantaten
Hier gelten Besonderheiten. Unter Brückengliedern braucht es Spezialzahnseide mit versteiftem Ende, an Implantaten sind Bürstchen mit kunststoffummanteltem Draht sinnvoll, um die Oberfläche nicht zu zerkratzen. Wir zeigen Ihnen die passende Handhabung für Ihren Zahnersatz.
Was Munddusche und Spülung leisten
Eine Munddusche spült lose Speisereste heraus, löst aber den festhaftenden Biofilm nicht. Sie ist eine sinnvolle Ergänzung – etwa bei fester Zahnspange – aber kein Ersatz für die mechanische Reinigung. Dasselbe gilt für Mundspüllösungen.
Wenn Sie nur eine Sache zusätzlich zum Putzen tun wollen: die Zwischenräume. Keine andere Maßnahme hat ein besseres Verhältnis von Aufwand zu Nutzen.
Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen
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