Zahnprothese: Arten, Halt und Eingewöhnung
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Teilprothese, Vollprothese oder implantatgetragen: Arten, Halt, Eingewöhnung und Pflege. Praxis Dr. Missy & Kotsaridis, Gaildorf.

Eine Zahnprothese stellt Kaufunktion, Sprache und Aussehen nach einem Zahnverlust wieder her. Je nach Befund, Kieferzustand und Budget kommen herausnehmbare, kombinierte oder implantatgetragene Lösungen infrage. Dieser Ratgeber erklärt, wie sie sich unterscheiden, was sie kosten und wie Sie Ihren Zahnersatz pflegen.
Warum Lücken versorgt werden sollten
Ein Zahnverlust ist keine reine Schönheitsfrage. Bleibt eine Lücke unversorgt, drohen irreversible Folgeschäden für Gebiss und Kieferknochen. Ohne mechanischen Kaureiz baut sich der Kieferknochen kontinuierlich ab. Nachbarzähne kippen in die Lücke, und Gegenzähne wachsen mangels Widerstand heraus.
Fehlbelastungen können zu Kiefergelenkschmerzen führen, mit Verspannungen, Kopfschmerzen und Zähneknirschen. Schlecht zerkleinerte Nahrung belastet außerdem Magen und Darm.
Welche Arten von Zahnersatz es gibt
Welcher Zahnersatz für Sie geeignet ist, hängt von den Pfeilerzähnen, der Knochendichte und Ihren Ansprüchen an den Komfort ab.
Teilprothesen bei vorhandenen Restzähnen
Eine Modellgussprothese verankert sich über Metallklammern an gesunden Nachbarzähnen. Sie ist eine kostengünstige Kassenleistung, kann die Pfeilerzähne jedoch langfristig belasten. Die Klammern sind im sichtbaren Frontzahnbereich oft erkennbar. Dafür bietet sie eine solide Grundfunktion ohne Operation und lässt sich einfach pflegen.
Teleskop- und Geschiebeprothesen
Teleskopprothesen kombinieren festsitzende Innenkronen mit herausnehmbaren Außenkronen. Sie haben einen stabilen Halt, verteilen die Kräfte gleichmäßig und kommen ohne sichtbare Metallklammern aus. Diese Lösung schont die Pfeilerzähne und lässt sich bei weiterem Zahnverlust meist unkompliziert erweitern. Sie muss allerdings gründlich gereinigt werden.
Vollprothesen bei vollständiger Zahnlosigkeit
Eine Vollprothese saugt sich an der Mundschleimhaut fest. Im Oberkiefer sorgt die Gaumenplatte meist für guten Unterdruck. Im Unterkiefer ist der Halt durch die Zungenbewegung und die geringe Auflagefläche oft schwächer. Hier bringen bereits zwei bis vier Implantate spürbare Stabilität.
Brücken und Implantate
Brücken schließen kleinere Lücken fest, erfordern aber das Beschleifen gesunder Nachbarzähne. Implantate ersetzen die Zahnwurzel direkt im Knochen und geben einen festen Biss, der Pflegeaufwand ist allerdings sehr hoch. Mit Konzepten wie All-on-4 oder All-on-6 lassen sich selbst bei vollständigem Zahnverlust feste dritte Zähne an einem Tag einsetzen.
Kosten und Zuschüsse der Krankenkasse
Die Gesamtkosten setzen sich aus zahnärztlichem Honorar, Material und Laborkosten zusammen. Als Richtwerte für den Eigenanteil gelten bei einer Klammerprothese als Regelversorgung ab ca. 300 bis 600 €, bei einer Vollprothese ca. 500 bis 1.200 €, bei einer Teleskopprothese ca. 1.500 bis 3.500 € und bei implantatgetragenem Zahnersatz ab ca. 3.000 bis 8.000 € pro Kiefer.
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt für die sogenannte Regelversorgung einen befundbezogenen Festzuschuss. Er deckt rund 60 Prozent der durchschnittlichen Kosten der Basisversorgung ab. Wählen Sie eine höherwertige Versorgung wie Teleskope oder Implantate, bleibt der Kassenzuschuss gleich, die Mehrkosten tragen Sie selbst.
Den Eigenanteil können Sie auf drei Wegen senken. Mit einem lückenlos geführten Bonusheft steigt der Festzuschuss nach fünf Jahren regelmäßiger Vorsorge auf 70 Prozent und nach zehn Jahren auf 75 Prozent, mehr dazu unter Kontrolluntersuchung. Bei geringem Bruttoeinkommen greift die Härtefallregelung, bei der die Kasse bis zu 100 Prozent der Kosten für die Regelversorgung übernimmt. Eine Zahnzusatzversicherung erstattet bei guten Tarifen zwischen 70 und 90 Prozent des verbleibenden Eigenanteils.
Bitte beginnen Sie die Behandlung nicht, bevor Ihre Krankenkasse den Heil- und Kostenplan schriftlich bewilligt hat.
Pflege des Zahnersatzes
Mangelhafte Hygiene führt zu Entzündungen des Zahnfleischs (Stomatitis) und gefährdet tragende Pfeilerzähne sowie Implantate. Nehmen Sie die Prothese nach jeder Mahlzeit heraus und entfernen Sie Speisereste unter fließendem Wasser. Zweimal täglich reinigen Sie sie mit einer speziellen Prothesenbürste und milder Flüssigseife oder speziellem Prothesenschaum.
Normale Zahnpasta ist ungeeignet, weil die Scheuermittel den Kunststoff zerkratzen und sich Bakterien dadurch schneller anlagern. Reinigen Sie die Prothese immer über einem mit Wasser gefüllten Waschbecken, damit sie bei einem Sturz nicht bricht.
Druckstellen und lockerer Sitz
Haftcreme ist nur eine Übergangslösung. Bei dauerhaftem Wackeln oder schmerzhaften Druckstellen muss die Prothese durch eine zahnärztliche Unterfütterung an den veränderten Kiefer angepasst werden. Lassen Sie den Sitz Ihres Zahnersatzes mindestens einmal jährlich kontrollieren.
Beratung in unserer Praxis
Die Versorgung muss zu Ihrer Gesundheit, Ihren Kaugewohnheiten und Ihrem finanziellen Rahmen passen. In der Praxis Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen in der Karlstraße 7 in Gaildorf beraten wir Sie ausführlich zu allen Versorgungsformen und erstellen Ihnen einen transparenten Heil- und Kostenplan.
Sie erreichen uns montags bis freitags von 07:00 bis 19:00 Uhr sowie samstags nach Vereinbarung unter 07971 910110 oder per E-Mail an info@zahnarztpraxis-gaildorf.de.
Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen
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