Zahnfüllungen: Materialien im Vergleich
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Komposit, Keramikinlay, Zement: Vor- und Nachteile der Füllungsmaterialien, Haltbarkeit und Kosten. Praxis Dr. Missy & Kotsaridis, Gaildorf.
Wenn Karies Zahnsubstanz zerstört hat, muss der Defekt verschlossen werden – damit der Zahn seine Form und Funktion zurückbekommt und keine neuen Bakterien eindringen. Welches Material dafür infrage kommt, hängt von Größe und Lage des Defekts ab.
Kunststofffüllung (Komposit)
Das heute am häufigsten verwendete Material. Komposit besteht aus Kunststoff mit feinen Keramikpartikeln, wird zahnfarben abgestimmt und in Schichten direkt im Zahn aufgebaut und gehärtet.
Vorteile: zahnfarben, klebt am Zahn und stabilisiert ihn dadurch, sehr substanzschonend – es muss nur die Karies entfernt werden, in einer Sitzung fertig.
Nachteile: aufwendige Verarbeitung, der Zahn muss absolut trocken sein. Bei sehr großen Defekten stößt das Material an seine Grenzen.
Haltbarkeit: in der Regel viele Jahre, abhängig von Größe, Lage und Mundhygiene.
Keramikinlay
Bei größeren Defekten wird die Füllung nicht im Mund modelliert, sondern nach einem Abdruck oder digitalen Scan im Labor gefertigt und anschließend eingeklebt.
Vorteile: sehr stabil und abriebfest, hervorragende Ästhetik, form- und farbstabil über lange Zeit, gut verträglich.
Nachteile: höherer Aufwand, in der Regel zwei Sitzungen, höhere Kosten.
Wann sinnvoll: bei großen Defekten im Seitenzahnbereich, wenn eine direkte Füllung zu groß wäre, aber noch keine Krone nötig ist.
Goldinlay
Lange der Maßstab für Haltbarkeit. Gold ist sehr gut verträglich, extrem randdicht und langlebig. Der offensichtliche Nachteil ist die Farbe, weshalb es heute deutlich seltener gewählt wird.
Zementfüllung
Wird vor allem als provisorische Versorgung eingesetzt – etwa zwischen zwei Sitzungen einer Wurzelbehandlung oder bei Milchzähnen. Glasionomerzement gibt zudem Fluorid ab, ist aber weniger abriebfest und für dauerhafte Versorgungen im Kaubereich nicht geeignet.
Und Amalgam?
Amalgam war jahrzehntelang das Standardmaterial. Seit dem 1. Januar 2025 ist seine Verwendung in der Europäischen Union – von eng begrenzten medizinischen Ausnahmen abgesehen – nicht mehr zulässig. Der Hintergrund ist die Quecksilberverordnung und damit der Umweltschutz, nicht ein neu festgestelltes Gesundheitsrisiko.
Bestehende, intakte Amalgamfüllungen müssen deshalb nicht ausgetauscht werden. Wird eine solche Füllung undicht oder bricht sie, ersetzen wir sie durch ein modernes Material.
Was die Krankenkasse übernimmt
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine medizinisch ausreichende, zweckmäßige Füllung ohne Zuzahlung. Im Frontzahnbereich sind das zahnfarbene Füllungen. Im Seitenzahnbereich gilt seit dem Amalgamverbot eine Versorgung mit einem geeigneten Ersatzmaterial als Kassenleistung.
Aufwendigere Verfahren – etwa mehrschichtig modellierte Kompositfüllungen in besonderer Technik oder Keramikinlays – sind Mehrleistungen, für die eine Zuzahlung anfällt. Sie erhalten vorab eine schriftliche Vereinbarung, in der die Kosten aufgeführt sind.
Wie lange hält eine Füllung
Das hängt weniger vom Material ab als von drei anderen Faktoren: der Größe des Defekts, Ihrer Mundhygiene und ob Sie knirschen. Eine kleine Füllung bei guter Pflege hält sehr lange. Eine sehr große Füllung in einem stark belasteten Zahn ist dagegen immer eine Kompromisslösung.
Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle: Undichte Füllungsränder erkennt man von außen nicht – darunter entsteht neue Karies, oft unbemerkt.
Jede Füllung ist ein Ersatz für verlorene Substanz, die nicht zurückkommt. Der beste Weg bleibt, sie gar nicht erst zu brauchen – siehe Karies vorbeugen.
Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen
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