Zahnarztangst: Wege zurück auf den Behandlungsstuhl
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Angst vor dem Zahnarzt? Wie wir Angstpatienten begleiten, welche Möglichkeiten es gibt und wie der erste Termin abläuft. ZIM Gaildorf.
Angst vor dem Zahnarzt ist weit verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa jeder zehnte Erwachsene sie so stark erlebt, dass er Termine dauerhaft meidet. Wenn Sie das kennen: Sie sind damit nicht allein, und es ist nichts, wofür man sich rechtfertigen müsste.
Der Teufelskreis
Angst führt zum Vermeiden. Vermeidung führt dazu, dass aus kleinen Problemen große werden. Die aufwendigere Behandlung bestätigt die Angst – und die Hemmschwelle steigt weiter. Viele Betroffene beschreiben zusätzlich Scham über den Zustand ihrer Zähne, die den Schritt in die Praxis noch schwerer macht.
Diesen Kreis zu durchbrechen ist der einzige Weg – und er beginnt mit einem Termin, bei dem nichts behandelt wird.
Woher die Angst kommt
Schlechte Erfahrungen, häufig aus Kindheit oder Jugend, oft aus einer Zeit, in der Schmerzausschaltung noch nicht war, was sie heute ist
Kontrollverlust – liegend, mit geöffnetem Mund, nicht sprechen können
Angst vor Schmerz, häufig vor der Spritze selbst
Geräusche und Gerüche, die Erinnerungen auslösen
Scham über den Zustand der Zähne oder über die lange Pause
Übertragene Angst aus dem Elternhaus
Was wir tun können
Ein Gespräch ohne Behandlung. Der erste Termin kann ausschließlich ein Kennenlernen sein – im Sprechzimmer, angezogen, ohne Behandlungsstuhl. Sagen Sie uns bei der Terminvereinbarung, dass Sie Angst haben. Das ist keine Ausnahme, sondern Alltag.
Ein Stoppzeichen. Wir vereinbaren ein Handzeichen, bei dem wir sofort unterbrechen. Immer. Das gibt die Kontrolle zurück, die im Liegen fehlt – und allein zu wissen, dass es funktioniert, senkt die Anspannung erheblich.
Alles ankündigen. Wir erklären jeden Schritt, bevor wir ihn tun, und tun nichts, was nicht angekündigt war.
Schmerzfreie Betäubung. Ein Oberflächengel betäubt die Schleimhaut, bevor die Spritze zum Einsatz kommt. Langsam gesetzt, ist sie in aller Regel kaum spürbar.
Kurze Termine. Lieber mehrere kurze Sitzungen als eine lange. Am Anfang oft nur wenige Minuten.
Termine zu ruhigen Zeiten, ohne Wartezeit im vollen Wartezimmer.
Beruhigungsmaßnahmen. Bei stärkerer Angst ist eine Behandlung unter Lachgas oder in Sedierung möglich. Wir besprechen, was in Ihrem Fall sinnvoll und medizinisch vertretbar ist.
Was Sie selbst vorbereiten können
Sagen Sie es beim Anruf. Dann planen wir von Anfang an anders.
Bringen Sie eine Begleitperson mit, wenn das hilft.
Musik über Kopfhörer blendet Geräusche aus – bringen Sie Ihre eigene mit.
Legen Sie den Termin morgens. Dann verbringen Sie nicht den ganzen Tag mit der Erwartung.
Verzichten Sie auf Koffein vor dem Termin, es verstärkt körperliche Unruhe.
Essen Sie vorher etwas. Ein niedriger Blutzucker verstärkt Zittern und Schwindel.
Wenn die Angst sehr stark ist
Bei einer ausgeprägten Zahnbehandlungsphobie – mit körperlichen Reaktionen schon beim Gedanken an den Termin – ist eine psychotherapeutische Begleitung ein wirksamer Weg. Verhaltenstherapeutische Verfahren zeigen hier gute Ergebnisse. Wir arbeiten in solchen Fällen gerne Hand in Hand.
Der erste Schritt
Rufen Sie an und sagen Sie den Satz: „Ich habe Angst vor dem Zahnarzt und möchte erst einmal nur reden." Mehr braucht es nicht.
07971 910110 – Montag bis Freitag von 07:00 bis 19:00 Uhr.
Niemand in unserem Team wird Sie für den Zustand Ihrer Zähne oder für eine lange Pause verurteilen. Wir sehen, dass Sie gekommen sind – und das ist der Teil, der Mut gekostet hat.
Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen
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