Zähneknirschen (Bruxismus): Ursachen und Behandlung
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Bruxismus erkennen und behandeln: Anzeichen, Ursachen, Knirscherschiene und was Sie selbst tun können. Praxis Dr. Missy & Kotsaridis, Gaildorf.

Wenn Sie nachts mit den Zähnen knirschen oder tagsüber die Kiefer zusammenpressen, kann dies Zähne, Zahnersatz und Kiefergelenke dauerhaft schädigen. Eine frühzeitige zahnärztliche Abklärung schützt Ihre Zahnsubstanz vor irreversiblem Abrieb und beugt chronischen Schmerzen vor.
Formen des Bruxismus
Man unterscheidet den Schlafbruxismus, also das meist unbewusste Knirschen in der Nacht, vom Wachbruxismus, dem Pressen der Zähne am Tag bei Konzentration oder Stress. Eine individuell angepasste Aufbissschiene schützt die Zähne sofort vor weiterem Substanzverlust, die Ursachen müssen aber zusätzlich angegangen werden.
Woran Sie Knirschen erkennen
Bruxismus bleibt oft lange unbemerkt, bis erste Folgeschäden sichtbar oder spürbar werden. Auf diese Anzeichen können Sie achten:
Schmelzrisse, abgeplatzte Kanten an Füllungen oder Kronen, sichtbar kürzer werdende Frontzähne und Überempfindlichkeit bei Kälte oder Wärme
verspannte Kaumuskeln am Morgen
Knacken im Kiefergelenk oder Probleme beim weiten Öffnen des Mundes
wiederkehrende Schläfenkopfschmerzen
Nackenverspannungen oder unerklärlicher Tinnitus
Suchen Sie zeitnah eine Praxis auf, wenn Füllungen oder Zähne brechen, starke akute Schmerzen auftreten oder sich Zähne lockern.
Ursachen von Knirschen und Pressen
Bruxismus ist selten auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Meist wirken körperliche und seelische Faktoren zusammen. Dazu zählen Stress mit hoher beruflicher Belastung, Prüfungsangst, emotionalen Konflikten und innerer Unruhe, außerdem Schlafstörungen, Schnarchen oder eine obstruktive Schlafapnoe mit nächtlichen Atempausen.
Auch der Zahnstatus spielt eine Rolle: Fehlstellungen, zu hohe Füllungen oder unpassender Zahnersatz, etwa eine Krone, können das Knirschen begünstigen (Okklusionsstörungen). Hinzu kommen Substanzen wie Koffein, Alkohol und Nikotin sowie bestimmte Antidepressiva (z. B. SSRI).
Wie Bruxismus festgestellt wird
Die zahnärztliche Untersuchung kombiniert Sichtbefunde mit einer gezielten Funktionsprüfung von Muskeln und Gelenken. Dazu gehören das Abtasten der Kaumuskulatur, die Messung der Kieferbeweglichkeit und die Analyse von Schliffspuren auf den Kauflächen. Bei komplexeren Kieferbeschwerden spricht man von einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD).
Besteht der Verdacht auf Atemaussetzer oder neurologische Ursachen, empfiehlt sich die Überweisung in ein Schlaflabor oder zu entsprechenden Fachärzten.
Behandlung
Eine erfolgreiche Therapie schützt vor Abrieb und setzt gleichzeitig an den individuellen Ursachen an.
Zentral ist die Aufbissschiene. Eine maßgefertigte Okklusionsschiene aus Kunststoff wird meist nachts getragen. Sie fängt die extremen Kaukräfte ab und verhindert den Abrieb des Zahnschmelzes. Frei verkäufliche Universalschienen ohne Anpassung sehen wir kritisch: Schlecht sitzende Schienen können die Zahnstellung verschieben und Beschwerden verstärken.
Bei Wachbruxismus hilft gezielte Selbstbeobachtung. Achten Sie tagsüber darauf, dass sich Ober- und Unterkiefer in Ruhe nicht berühren. Methoden wie Progressive Muskelentspannung (PMR), autogenes Training oder kurze Dehnübungen für den Nacken senken die Grundspannung spürbar. Spezialisierte Physiotherapeuten können außerdem verhärtete Kaumuskeln lockern und Blockaden im Kiefergelenk gezielt mobilisieren.
Zahnärztlich korrigieren wir störende Frühkontakte durch fehlerhafte Füllungen oder Kronen. Bei starkem Zahnsubstanzverlust kann ein funktioneller Wiederaufbau der Bisshöhe notwendig sein.
Kosten
Einfache, individuell angepasste Aufbissschienen zur Entlastung gehören in der Regel zur Kassenleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Erweiterte Funktionsanalysen (FAL), spezielle adjustierte Schienen oder umfangreiche Rekonstruktionen sind oft Privatleistungen. Klären Sie Kosten und Heil- und Kostenpläne vor Beginn der Behandlung verbindlich mit uns ab.
Wir untersuchen Zähne, Kiefergelenke und Kaumuskulatur eingehend. Sie erreichen uns montags bis freitags von 07:00 bis 19:00 Uhr sowie samstags nach Vereinbarung unter 07971 910110 oder per E-Mail an info@zahnarztpraxis-gaildorf.de.
Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen
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