Zähne richtig putzen: Technik, Dauer, Zahnbürste
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Putztechnik, Dauer, Druck und die richtige Zahnbürste – die häufigsten Fehler und wie es besser geht. Praxis Dr. Missy & Kotsaridis, Gaildorf.
Zähneputzen lernt jeder als Kind – und kaum jemand danach noch einmal neu. Dabei entscheidet die Technik darüber, ob die zwei Minuten tatsächlich etwas bringen. Die meisten Menschen putzen dieselben Flächen gründlich und lassen andere systematisch aus.
Die Grundregeln
Zweimal täglich, jeweils zwei Minuten. Morgens und abends. Das abendliche Putzen ist das wichtigere, weil der Speichelfluss nachts stark zurückgeht.
Weiche bis mittelharte Borsten. Harte Bürsten reinigen nicht besser, sie schädigen Zahnfleisch und Zahnhälse.
Wenig Druck. Etwa so viel, wie Sie zum Schreiben mit einem Kugelschreiber brauchen. Zu viel Druck ist die häufigste Ursache für zurückgehendes Zahnfleisch und empfindliche Zähne.
Fluoridhaltige Zahnpasta, 1.450 ppm für Erwachsene.
Nicht kräftig nachspülen. Ausspucken reicht. Wer den Mund ausgiebig ausspült, entfernt das Fluorid, bevor es wirken kann.
Systematisch statt zufällig
Der entscheidende Punkt ist eine feste Reihenfolge. Wer ohne System putzt, lässt zuverlässig dieselben Stellen aus – meist die Innenflächen der Unterkieferfrontzähne und die hinteren Backenzähne.
Gehen Sie immer gleich vor: erst alle Außenflächen, dann alle Innenflächen, dann alle Kauflächen. Beginnen Sie jedes Mal am selben Zahn und arbeiten Sie sich in einer Runde durch.
Die Technik
Für Handzahnbürsten hat sich die modifizierte Bass-Technik bewährt:
Setzen Sie die Bürste im Winkel von etwa 45 Grad am Zahnfleischrand an, die Borsten leicht Richtung Zahnfleisch.
Rütteln Sie mit kleinen Bewegungen auf der Stelle, ohne zu schrubben.
Wischen Sie dann vom Zahnfleisch zum Zahn hin aus – von Rot nach Weiß.
Rücken Sie ein bis zwei Zähne weiter und wiederholen Sie.
Der Zahnfleischrand ist der entscheidende Bereich: Dort beginnt Zahnfleischbluten, dort entsteht Parodontitis.
Vermeiden Sie kräftiges Hin-und-Her-Schrubben. Es reinigt die Zwischenräume nicht und trägt an den Zahnhälsen Substanz ab.
Elektrisch oder von Hand
Elektrische Zahnbürsten – besonders oszillierend-rotierende und Schallzahnbürsten – entfernen in Studien im Schnitt mehr Belag als Handzahnbürsten. Der größte Vorteil ist praktischer Natur: Der eingebaute Timer sorgt für die volle Putzzeit, die Andruckkontrolle verhindert zu festes Aufdrücken.
Bei elektrischen Bürsten gilt eine andere Technik: Führen Sie den Bürstenkopf langsam von Zahn zu Zahn und halten Sie ihn jeweils einige Sekunden ruhig auf jeder Fläche. Nicht selbst schrubben – die Bürste macht die Bewegung.
Eine gut geführte Handzahnbürste ist besser als eine schlecht geführte elektrische. Entscheidend bleibt die Systematik.
Wann putzen
Nach dem Frühstück statt davor – dann werden auch die Speisereste entfernt.
Nach Saurem 30 Minuten warten. Nach Zitrusfrüchten, Cola, Wein oder Erbrechen ist der Schmelz kurzzeitig aufgeweicht. Sofortiges Putzen trägt ihn ab. Spülen Sie stattdessen mit Wasser.
Abends zuletzt. Nach dem Putzen nur noch Wasser.
Die Zahnbürste wechseln
Alle zwei bis drei Monate, spätestens wenn die Borsten sich nach außen biegen. Nach einem Infekt ebenfalls. Verbogene Borsten reinigen den Zahnfleischrand nicht mehr zuverlässig.
Was das Putzen nicht leistet
Die Zahnbürste erreicht die Zahnzwischenräume nicht – und das sind etwa 30 Prozent der Zahnoberfläche. Genau dort entsteht bei Erwachsenen die meiste Karies. Ohne tägliche Zwischenraumreinigung bleibt ein Drittel Ihrer Zähne ungeputzt. Wie das geht, lesen Sie unter Zahnseide und Interdentalbürsten.
Zungenreinigung ergänzt die Pflege sinnvoll: Auf dem Zungenrücken sitzt ein großer Teil der Bakterien, die Mundgeruch verursachen.
Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen
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