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Wurzelbehandlung: Ablauf, Schmerzen, Erfolgsaussichten

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Wurzelkanalbehandlung Schritt für Schritt: Ablauf, Schmerzen, Dauer und Erfolgsaussichten. Praxis Dr. Missy & Kotsaridis, Gaildorf.

Kaum eine Behandlung ist so gefürchtet – und kaum eine hat sich so stark verändert. Mit heutigen Methoden ist die Wurzelbehandlung in aller Regel schmerzfrei und rettet Zähne, die früher gezogen werden mussten.

Wann sie nötig wird

Im Inneren jedes Zahns liegt die Pulpa – ein Gewebe aus Nerven und Blutgefäßen. Erreichen Bakterien dieses Gewebe, entzündet es sich. Da es in einem starren Kanal eingeschlossen ist, kann es nicht anschwellen: Der Druck steigt, es entstehen die typischen pochenden Zahnschmerzen.

Die häufigsten Wege dorthin sind eine tiefe Karies, ein Riss oder eine Verletzung des Zahnes. Bleibt die Entzündung unbehandelt, stirbt das Gewebe ab und die Bakterien wandern zur Wurzelspitze in den Knochen – dort entsteht dann eine Schwellung.

Typische Anzeichen:

  • anhaltender, pochender Schmerz, nachts stärker

  • lang anhaltende Reaktion auf Heiß oder Kalt

  • Schmerz beim Aufbeißen

  • ein dunkel verfärbter Zahn

  • eine Schwellung oder ein Eiterpünktchen am Zahnfleisch

Was dabei gemacht wird

Ziel ist es, das entzündete Gewebe vollständig zu entfernen, das Kanalsystem zu desinfizieren und dicht zu verschließen, damit keine Bakterien nachwandern können.

  1. Betäubung. Der Zahn wird vollständig schmerzfrei gestellt.

  2. Trockenlegung. Ein Spanngummi hält den Zahn frei von Speichel – das ist entscheidend für den Erfolg, weil sonst ständig neue Bakterien in den Kanal gelangen.

  3. Zugang schaffen und Kanäle auffinden. Unter Vergrößerung, damit auch feine Nebenkanäle sichtbar werden.

  4. Länge bestimmen. Elektronisch gemessen und röntgenologisch kontrolliert – die Aufbereitung muss exakt an der Wurzelspitze enden.

  5. Aufbereiten und spülen. Feine Instrumente formen die Kanäle, desinfizierende Spüllösungen erreichen auch Bereiche, an die kein Instrument kommt. Dieser Spülvorgang ist der eigentlich wirksame Teil.

  6. Füllen. Die Kanäle werden dicht verschlossen.

  7. Zahn stabil versorgen. Ein wurzelbehandelter Zahn ist spröder. Häufig ist anschließend eine Krone sinnvoll, um ihn vor dem Brechen zu schützen.

Je nach Befund sind ein bis zwei Sitzungen von jeweils etwa 60 bis 90 Minuten nötig.

Tut das weh?

Während der Behandlung spüren Sie durch die örtliche Betäubung in der Regel nichts. Der starke Schmerz, den viele mit der Wurzelbehandlung verbinden, ist der Schmerz vor der Behandlung – die Entzündung selbst. Genau den beendet der Eingriff.

In den Tagen danach kann der Zahn druckempfindlich sein, weil das Gewebe an der Wurzelspitze abheilt. Das lässt meist innerhalb weniger Tage nach und ist mit einem einfachen Schmerzmittel gut zu überbrücken.

Wie gut sind die Aussichten?

Bei sorgfältiger Durchführung und dichtem Verschluss liegen die Erfolgsquoten hoch – in Studien häufig über 85 Prozent bei Erstbehandlungen. Entscheidend sind drei Dinge: eine saubere Trockenlegung, eine vollständige Aufbereitung aller Kanäle und eine zügige, dichte Versorgung danach.

Ein wurzelbehandelter Zahn kann viele Jahre und oft ein Leben lang halten.

Wenn es nicht heilt

Manchmal bleibt eine Entzündung bestehen – etwa bei stark gekrümmten oder zusätzlichen Kanälen. Dann stehen eine Revision, also eine erneute Behandlung, oder ein kleiner chirurgischer Eingriff an der Wurzelspitze zur Verfügung. Erst wenn beides nicht infrage kommt, wird der Zahn entfernt – und dann stellt sich die Frage nach Zahnersatz.

Der eigene Zahn ist jedem Ersatz überlegen. Eine Wurzelbehandlung ist fast immer der Versuch wert, bevor gezogen wird.

Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Wurzelbehandlung, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind – bei Backenzähnen ist das an Bedingungen zur Erhaltungsfähigkeit geknüpft. Moderne Zusatzleistungen wie die Behandlung unter dem Mikroskop oder maschinelle Aufbereitung erhöhen die Erfolgsaussichten, sind aber häufig privat zu tragen. Wir erläutern Ihnen vor Beginn genau, was in Ihrem Fall anfällt.

Wenn Ihnen allein der Gedanke an diese Behandlung Unbehagen bereitet, lesen Sie Zahnarztangst – wir gehen den Weg in Ihrem Tempo.

Fachlich geprüft

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Unsere Ratgeber werden vor der Veröffentlichung durch unser zahnmedizinisches Team durch Herrn Dr. Thomas Missy & Konstantinos Kotsaridis sorgfältig geprüft.

Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen

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