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Parodontitis: Erkennen, behandeln, stabil halten

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Parodontitis erkennen und behandeln: Symptome, Ablauf der Therapie, Nachsorge und Zusammenhang mit Allgemeinerkrankungen. ZIM Gaildorf.

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats – also des Gewebes und Knochens, die den Zahn im Kiefer verankern. Sie ist im Erwachsenenalter die häufigste Ursache für Zahnverlust und verläuft über Jahre schmerzfrei. Genau das macht sie gefährlich.

Wie es dazu kommt

Am Anfang steht bakterieller Belag am Zahnfleischrand. Er verursacht zunächst eine Zahnfleischentzündung – eine Gingivitis, erkennbar an Zahnfleischbluten. Diese ist vollständig heilbar.

Bleibt sie über Monate bestehen, greift die Entzündung auf die Haltefasern und den Knochen über. Zwischen Zahn und Zahnfleisch entstehen Taschen, in denen sich Bakterien ansiedeln, die mit der Zahnbürste nicht mehr erreichbar sind. Der Knochen zieht sich zurück.

Dieser Knochenverlust ist nicht umkehrbar. Deshalb ist der Zeitpunkt der Diagnose entscheidend.

Woran Sie sie erkennen

  • Zahnfleisch, das beim Putzen oder spontan blutet

  • Zahnfleisch, das sich zurückzieht – die Zähne wirken länger

  • freiliegende, empfindliche Zahnhälse

  • anhaltender Mundgeruch oder schlechter Geschmack

  • Zähne, die locker werden oder ihre Stellung verändern

  • Eiteraustritt am Zahnfleischrand

Beachten Sie: Bei Rauchern fehlt das wichtigste Frühzeichen. Nikotin verengt die Gefäße, das Zahnfleisch blutet kaum – während die Erkrankung im Hintergrund oft schwerer verläuft.

Warum es nicht nur um Zähne geht

Parodontitis ist eine Entzündung mit einer großen Wundfläche, die dauerhaft Bakterien und Entzündungsbotenstoffe in den Körper abgibt. Es bestehen belegte Wechselwirkungen mit:

  • Diabetes – in beide Richtungen: Die Entzündung erschwert die Blutzuckereinstellung, ein schlecht eingestellter Diabetes verschlimmert die Parodontitis.

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Rheumatoider Arthritis

  • Schwangerschaft – erhöhtes Risiko für Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht

Die Behandlung der Parodontitis ist deshalb auch ein Beitrag zur Allgemeingesundheit.

Der Ablauf der Behandlung

1. Befund und Aufklärung

Wir messen an jedem Zahn die Taschentiefen, prüfen Blutungsneigung und Lockerungsgrade und beurteilen den Knochen im Röntgenbild. Daraus ergibt sich Schweregrad und Behandlungsplan.

2. Vorbehandlung

Bevor die eigentliche Therapie beginnt, wird der sichtbare Belag entfernt und die häusliche Reinigung angepasst. Dieser Schritt entscheidet mit über den Erfolg: Ohne tägliche gründliche Reinigung zu Hause bringt die beste Behandlung nur kurzfristig etwas. Hier ist die SOLO-Technik oft besonders hilfreich.

3. Die eigentliche Therapie

Die Wurzeloberflächen werden unterhalb des Zahnfleischrands von Belag und Konkrementen befreit – unter örtlicher Betäubung, mit Ultraschall und Handinstrumenten. Danach kann sich das Gewebe wieder an die saubere Wurzel anlegen, die Taschen werden flacher.

4. Kontrolle

Nach einigen Wochen messen wir erneut. In den meisten Fällen ist die Entzündung damit zum Stillstand gebracht. Bleiben tiefe Taschen bestehen, kommen ein chirurgischer Eingriff oder unterstützende Maßnahmen infrage.

5. Nachsorge – der wichtigste Teil

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Sie lässt sich zum Stillstand bringen, aber nicht heilen. Ohne regelmäßige Nachsorge kehrt sie zuverlässig zurück. Je nach Risiko sehen wir Sie alle drei bis sechs Monate zur unterstützenden Parodontitistherapie.

Die Behandlung bringt den Verlauf zum Stehen. Ob es dabei bleibt, entscheidet die Nachsorge – und die tägliche Reinigung zu Hause.

Was Sie selbst beitragen können

  • Rauchstopp. Der größte beeinflussbare Risikofaktor. Nichtraucher sprechen deutlich besser auf die Therapie an.

  • Tägliche Zwischenraumreinigung, siehe Zahnseide und Interdentalbürsten.

  • Diabetes gut einstellen lassen.

  • Nachsorgetermine einhalten.

Kosten

Die systematische Parodontitisbehandlung ist bei entsprechendem Befund eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und umfasst auch die strukturierte Nachsorge über einen festgelegten Zeitraum. Voraussetzung ist ein vorheriger Behandlungsplan. Wir klären das vor Beginn mit Ihnen und Ihrer Kasse.

Fachlich geprüft

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Unsere Ratgeber werden vor der Veröffentlichung durch unser zahnmedizinisches Team durch Herrn Dr. Thomas Missy & Konstantinos Kotsaridis sorgfältig geprüft.

Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen

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