Milchzähne pflegen: Von der ersten Zahnbürste an
Lesezeit in min:
5
Milchzahnpflege von Anfang an: Zahnpastamenge nach Alter, Putztechnik, Fluorid und Nuckelflaschenkaries. Kinderzahnheilkunde Gaildorf.
„Die fallen doch sowieso aus." Dieser Satz kostet viele Kinder ihre Milchzähne früher als nötig – mit Folgen, die weit über das Milchgebiss hinausreichen.
Warum Milchzähne wichtig sind
Sie halten den Platz für die bleibenden Zähne. Geht ein Milchzahn zu früh verloren, kippen die Nachbarn in die Lücke – der bleibende Zahn findet keinen Platz mehr. Das ist eine der häufigsten Ursachen für späteren kieferorthopädischen Behandlungsbedarf.
Sie werden zum Kauen gebraucht – und damit für die Ernährung.
Sie prägen die Sprachentwicklung.
Karies an Milchzähnen kann den darunter liegenden Zahnkeim schädigen.
Milchzahnkaries verursacht Schmerzen – und die prägen das Verhältnis zum Zahnarzt.
Wie viel Zahnpasta, ab wann
Die Empfehlungen haben sich geändert. Aktuell gilt:
Ab dem ersten Zahn bis zum 2. Geburtstag: zweimal täglich eine reiskorngroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid.
Vom 2. bis zum 6. Geburtstag: zweimal täglich eine erbsengroße Menge mit 1.000 ppm.
Ab dem 6. Geburtstag: Erwachsenenzahnpasta mit 1.450 ppm.
Wichtig: Diese Mengen gelten, wenn keine zusätzlichen Fluoridtabletten gegeben werden. Sprechen Sie uns oder Ihre Kinderärztin an, damit Fluorid nicht doppelt zugeführt wird.
Wer putzt – und wie lange
Kinder können erst dann selbstständig sauber putzen, wenn sie flüssig Schreibschrift schreiben können – also etwa ab dem Ende der Grundschulzeit. Vorher gilt:
Lassen Sie Ihr Kind selbst anfangen, putzen Sie danach gründlich nach. Das erhält die Selbstständigkeit und sorgt trotzdem für saubere Zähne. Besonders wichtig ist das Nachputzen abends.
Eine praktische Position bei kleinen Kindern: Das Kind liegt mit dem Kopf in Ihrem Schoß, Sie putzen von hinten – so haben Sie freie Sicht und gute Kontrolle.
Die KAI-Regel
Eine einfache Systematik für Kinder:
K wie Kauflächen – hin und her schrubben
A wie Außenflächen – in kleinen Kreisen
I wie Innenflächen – vom Zahnfleisch zum Zahn auswischen
Immer in derselben Reihenfolge, damit nichts vergessen wird.
Nuckelflaschenkaries vermeiden
Die häufigste Ursache für frühe Karies bei Kleinkindern ist das Dauernuckeln an der Flasche – besonders nachts und besonders mit gezuckerten Getränken. Aber auch Saftschorlen, Tee mit Zucker und sogar Milch können bei ständigem Kontakt die oberen Frontzähne zerstören.
So beugen Sie vor:
Keine Flasche zum Einschlafen und nicht zur Dauerverfügung.
Ab etwa dem ersten Geburtstag zum Becher übergehen.
Zwischendurch nur Wasser oder ungesüßten Tee.
Keine Schnuller oder Löffel ablecken – Kariesbakterien werden von Erwachsenen auf das Kind übertragen.
Was Sie sonst noch beachten sollten
Zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten begrenzen – auf die Häufigkeit kommt es an, siehe Karies vorbeugen.
Achten Sie auf versteckten Zucker in Kinderjoghurt, Müsli, Quetschbeuteln und Fruchtriegeln.
Weiße Flecken am Zahnfleischrand sind ein frühes Kariesanzeichen – lassen Sie sie zeitnah ansehen.
Regelmäßige Kontrollen wahrnehmen. Bei Kindern zählen zwei Termine pro Jahr fürs Bonusheft.
Fissurenversiegelung
Sobald die bleibenden Backenzähne durchbrechen – meist um das 6. Lebensjahr – ist eine Versiegelung der Kauflächen sinnvoll. Die tiefen Rillen lassen sich mit der Zahnbürste nicht zuverlässig reinigen. Die Versiegelung ist für diese Zähne eine Kassenleistung.
Wann der erste Termin ansteht und wie Sie Ihr Kind darauf vorbereiten, lesen Sie unter Der erste Zahnarztbesuch.
Gute Milchzahnpflege ist keine Vorbereitung auf die „richtigen" Zähne. Sie ist die Grundlage dafür, dass die richtigen Zähne überhaupt gesund Platz finden.
Dr. Missy, Kotsaridis & Kollegen
SO ERREICHEN SIE UNS
ÖFFNUNGSZEITEN
Montag - Freitag: 07:00 - 19:00 Uhr
Samstag: Nach Vereinbarung
